Hallo J
Gestern war ich endlich beim Arzt, weil meine Erkältung seit über einer Woche nicht weggehen wollte. Da wurde mir eine Nasennebenhöhlenentzündung diagnostiziert. „Ein typisches ‚Kimberley Syndrom’“ sagte mir die Ärztin.
Aha.
Jetzt liege ich seit gestern im Bett, nehme Antibiotika, noch irgendwelche andere Pillen und langweile mich. Aber ich komme auch dazu, den richtigen Blogeintrag zu PE zu schreiben.
Also…
Die Tage vor der Abfahrt waren extrem chaotisch und stressig, klar wenn 54 Kids verreisen und 4-6 Leute fürs Packen verantwortlich sind. Das ich kontrollieren muss, was meine Jungs einpacken, merkte ich als Th. mir stolz zeigte wie er nur 4 lange Hosen, Deo und Seife eingepackt hatte und meinte so könne er für 8 Tage verreisen.
Naja, das sind eben auch Dinge die man lernen muss. Auch wenn man schon 15 ist.
Am Sonntag ging’s dann um 5 Uhr morgens (mit einer guten Stunde Verspätung) mit Sack und Pack in Richtung Port Elizabeth.
Ich reiste mit Elisa im Jungsbus mit. Besonders als wir das erste Mal das Meer sehen konnten, ging im Bus regelrecht die Party los! Es lief (wie den Rest der fahrt) laute House Musik und alle 30 Jungs tanzten, pfiffen und sangen im Bus. Es war eine unheimlich tolle Stimmung.
Im „Lutheran Youth Centre“, in dem wir die 8 Tage lang wohnten schliefen jeweils alle Mädchen (also auch alle weiblichen Staffmitglieder) und alle Jungs in einem Schlafsaal. Außerdem gab es einen Küchen-Essens-Gemeinschaftsraum und die angrenzende Kirche in der wir uns aufhalten konnten.
Am ersten Tag, Montag, machten wir einen Ausflug mit den Kids von „Masifunde“. Masifunde ist ein Bildungsprojekt im Walmer Township von P.E. und läuft auch unter dem Dachverband von SAGE-Net.
Der Ausflug war wunderschön, wir wanderten etwa 1 ½ Stunden in einer unglaublichen Landschaft am Meer entlang, bis wir an einen total schönen Strand gelangten, an dem es dann ans Baden im eiskalten Wasser ging. Die Kids genossen ihr erstes Bad im Meer und waren gar nicht aus dem Wasser zu bekommen.
Am Dienstag gingen wir ins „Bayworld Museum“ und sahen dort auch eine lustige Delfin Show. Später ging es dann an den Strand und ans Plantschen.
Abends fielen wir immer alle, Kids sowie Aufsichtspersonen, spätestens um halb 10 tot müde ins Bett, da wir ja auch immer zwischen 6 und 7 aufstehen mussten.
Am Mittwoch teilten wir morgens Taschengeld an alle Kids aus (umgerechnet jeweils etwa 4 Euro) und fuhren in die riesige Green Acres Mall zum shoppen. Wir Volunteers liefen mit den kleinen durch das Einkaufszentrum und es war faszinieren wie aufregend alles für sie war.
Leider gab es hier einen Zwischenfall. Einer unserer Jungs hatte versucht eine Sonnenbrille zu stehlen und wurde erwischt. Dieser Vorfall war sehr ärgerlich, ging letztendlich aber gut aus und B. wurde nicht angezeigt.
Die folgenden Tage unternahmen wir Ausflüge zum „Addo Elephant National Park“, ins Kinder-Vergnügungszentrum von P.E., machten eine Flughafen Tour, lernten von einer Studentin viel über den Lebensraum In und um das Meer und verbrachten jeden Tag mindestens ein bis zwei Stunden am Strand.
Die Jungs spielten immer und überall wo sie waren Fußball, besonders am Strand waren sie durch nichts und niemandem davon abzuhalten.
An Karfreitag gingen wir 2 Stunden lang in die Kirche, leider war der Gottesdienst so langweilig, dass fast alle Kids einschliefen.
Ostersamstag ging’s auf das „Splash Festival“, ein großes Stadtfest am Strand mit ganz vielen Bühnen, Ständen und aufregenden Dingen.
Ostersonntag, unser letzter Tag, begann wieder mit 2 Stunden Gottesdienst, in dem unsere Mädels aber auch ihren Tanz vorführten. Anschließend teilten wir an jeden Osternester aus, über die sich die Kids besonders freuten.
Die Gemeinde in P.E. hatte für diesen Tag die Aktion „Adopt a child for a day“ vorgesehen. Gut die Hälfte der Kids wurden mit in Familien genommen und verbrachten den Tag mit ihnen. Besonders die Mädchen waren soooo unbeschreiblich glücklich als sie wieder kamen. Es muss toll gewesen sein endlich mal einen Tag lang ungeteilte Aufmerksamkeit zu bekommen…
Am Abend veranstalteten wir eine Abschieds Disko mit Dance Contest. Die Tanzwettbewerbe sind immer besonders toll, da einige der Kids sich unglaublich gut zur Musik (House Musik natürlich) bewegen können. Die Stimmung war super und alle hatten viel Spaß.
Auch wir Freiwilligen vier wurden an diesem Abend „adoptiert“. Der Sohn eines guten Bekannten von Rebecca nahm uns mit zum feiern. Das war auch eine neue Erfahrung für uns, das erste Mal waren wir abends mit Coloureds unterwegs. In dem Club lief Musik von vor 10 Jahren, aber wir hatten alle unseren Spaß.
Nur als wir dann nachts zum Youth Centre kamen ging natürlich die Alarmanlage an…das war etwas peinlich
Naja, dann waren 8 Tage Port Elizabeth leider schon wieder rum und wir mussten alles zusammenpacken.
Nach einem Gruppenfoto ging es dann wieder los gen Heimat J
Als wir in die Nähe von Kimberley kamen wurde es reichlich unruhig im Bus, alle freuten sich so sehr wieder zuhause zu sein. Es wurde auch spekuliert ob sich etwas großes verändert hatte, in der letzten Woche, was sich Gott sei Dank nicht bestätigte J
Die Fahrt war unglaublich schön und aufregend für uns alle. Die Kids haben unheimlich viel gelernt, was sie so schnell nicht vergessen werden. Es ist für uns Europäer sehr schwer zu verstehen, dass die meisten der Kids keinerlei Vorstellung von unserem Planeten haben.
Am ersten Tag wurde ich von zwei Jugendlichen gefragt was denn der Unterschied zwischen einem Fluss und dem Meer wäre… das zeigt finde ich ganz gut, wie wichtig es war, mit allen Kindern und Jugendlichen von Thusong solch eine Reise zu unternehmen.
Die Beziehungen zu einigen Kids wurden während der 8 Tage noch viel enger und auch mit Rebecca lief alles super.
Ich kann euch gar nicht oft genug sagen, wie dankbar wir alle füreure Unterstützung sind. Ohne Euch wär
e dieser Trip wirklich niemals möglich gewesen.
Ich möchte auch noch mal ein extra Dankeschön an die SV der Bettinaschule richten, die sich sehr für Thusong engagiert hat. Ich bin richtig stolz auf meine alte Schule! Und vor allem: „Danke Bana!“ (SV Mitglied), die währen der stressigen Abi zeit trotzdem nerven fand eine Luftballonaktion an der Bettinaschule zu organisieren.
So, ich glaube jetzt hattet ihr erstmal genug zum lesen, ich könnte noch mindestens 5 Seiten mehr schreiben, aber ich glaube 3 reichen erstmal J
Ich fahre am Montag erstmal für eine Woche in den Urlaub nach Lesotho und Johannesburg! Ich melde mich danach J
Ganz liebe Grüße,
Eure Marieke
PS: mehr bilder gibts unter “Pictures”

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